Ägypten-das Land der Pharaonen-Teil 1

Ägypten-das Land der Pharaonen…

ein kleiner Reisebericht

Endlich, ein Kindheitstraum wurde wahr. Ich war in Ägypten um mir all die phantastischen Pyramiden, Tempel und Felsengräber anzuschauen.

Hier ist nun ein kleiner Bericht, über ein unglaubliches Land, das mich positiv und negativ Überrascht hat.

Der Flug nach Ägypten war schon ein Abenteuer für sich, denn ich bin noch nie so lange an einem Stück geflogen. Gut, es waren nur knapp 5 Stunden, doch in dieser Zeit bekam ich meine Nase nicht von der Scheibe des Flugzeuges, denn ich konnte mich gar nicht satt sehen, an den Landschaften, die da unten so an mir vorbei zogen. Der Anflug auf Kairo bei Nacht war unbeschreiblich. Plötzlich tauchten in der Dunkelheit ein paar wenige Lichtpunkte auf, die sich dann immer mehr ausbreiteten, bis sie schließlich zu einem Orientteppich geknüpft aus Millionen kleiner Lichter anwuchs. Nie hätte ich gedacht, dass eine Stadt so riesig sein kann.

Dann am Flughafen Kairo angenehme 35 Grad und das so gegen 20 Uhr. Echt nett, wenn man gerade aus dem Regen kommt. Um uns herum nur eingehüllte Frauen, Männer in traditionellen Gewändern, und Uniformen ohne Ende. Von anderen Deutschen oder anderen Nationalitäten keine Spur.

Auf dem Weiterflug nach Assuan gesellen sich dann die anderen Reisenden zu uns, bei denen wir vermuteten, dass sie die gleiche Reise wie wir gebucht hatten. Die ersten verstohlenen Blicke und ein entsetztes “Oje” meinerseits, da ich einige Gäste echt gruselig fand. Was echt blöd ist, wenn man vierzehn Tage auf ein und demselben Schiff zusammen ist.

Aber die Aufregung und die Vorfreude auf den zweiten Flug ließen dass alles schnell vergessen.

Die Ankunft in Assuan brachte es dann endgültig an das Neonlicht. Wir standen da in einer großen Halle und warteten auf die Dinge, bzw. auf einen Menschen, der uns nun sicher und ohne Komplikationen durch den Ägyptischen Zoll bringen sollte…genau wie in Kairo. Wie sich herausstellte, war dieser Mensch ein netter, namens Mohamed. Er begrüßte uns freundlich und mit seiner Hilfe schafften wir es dann unsere Koffer zu bekommen, den Papierkram zu erledigen und uns alle in einen Bus zu verfrachten, der uns zum Schiff bringen sollte.

Mittlerweile war es schon 22 Uhr und wir fuhren eine knappe Stunde um zu unserem Schiff zu kommen. Dort erwartete uns eine fröhlich wuselnde Crew.
Nach der Begrüßung durch unseren Reiseleiter und einen kleinem Begrüßungshappen bekamen wir unsere Zimmerschlüssel und fielen völlig fertig ins Bett.

Am nächsten Morgen klingelte dann schon um 6 Uhr der Wecker, denn wer in Ägypten was sehen will, der muss früh aufstehen. Das ist aber ganz einfach zu erklären, denn wer will schon in einer Tempelanlage stehen, bei 40 Grad und sich das Hirn grillen lassen? Niemand. Also steht man halt früh auf um noch möglichst am Vormittag die Sehenswürdigkeiten in erträglichen Temperaturen zu erforschen.

Der erste Blick morgens aus dem Fenster war wie ein Blick in eine andere Zeit. Leider habe ich erst ab Luxor mit dem Handy Bilder gemacht, deshalb kommen einige Bilder später:-)

Man konnte am anderen Ufer Palmen sehen, jede Menge saftiges grünes Gras, Esel, Pferde und Wasserbüffel und im Hintergrund sanfte Hügel, die in der Morgensonne in den allerschönsten rot und gelb Tönen leuchteten. Beim ersten Frühstück lernten wir dann auch unsere neuen Tischnachbarn für die nächsten 14 Tage kennen, die gottseidank echt nett waren. Nach einem schnellen Frühstück packten wir unsere Kamera, Wasser und viel Neugier ein und es ging los zum ersten Ziel unserer Reise:

Der unvollendete Obelisk
Nach einer 20 minütigen Fahrt durch Assuan, die mich ziemlich geschockt hat, denn mit so viel Müll und zerstörten Häusern hatte ich nicht gerechnet. Schon gar nicht mit so vielen Polizei und Militär überall. Und das waren nicht einfach nur Soldaten…nein, dazu kamen ein paar Panzer, Straßensperren und dergleichen.

Der unvollendete Obelisk…nun, das ist ein mitten in der Stadt gelegener uralter Steinbruch, in dem ein ca. 40 Meter langer fast fertiger Obelisk liegt. Ein riesiger Stein, dumm nur, dass er kurz bevor er fertig wurde auseinander brach. Wie das dann so ist, hat man ihn einfach an Ort und Stelle liegen lassen. Gut für uns und wohl eher schlecht für die damaligen Baumeister. Es war auf jeden Fall sehr beeindruckend, mit welchen Mitteln damals solch riesige Steine bearbeitet hat.

Kaum saßen wir im Bus, ging es auch gleich schon weiter zu unserem nächsten Ziel:
Philae Tempel im Nasser See
Unglaublich, nach einer kleinen Bootsfahrt und einer Kletterpartie über einen sehr wackeligen Landungssteg kamen wir in Philae an. Was ich da sah, haute mich echt um, denn das war dann mein erster Tempel, so richtig echt zum Anfassen und so. Da kommt man auf einen offenen Platz, eingesäumt von Säulen mit verschiedenen Mustern und blickt dann direkt auf diesen Monumentalen Eingang des Isis Tempels. Diese in Stein gehauenen Schönheiten sind so unglaublich genau gearbeitet, dass es einem echt den Atem nimmt und man einfach nur da steht und sie bestaunt. Nach gut einer Stunde ist dann alles schon wieder vorbei, doch die Geschichten und Bilder bleiben. Wieder zurück mit dem Boot, dann mit dem Bus und dann heißt es erst einmal nichts tun und die Seele baumeln lassen. Außerdem soll es am nächsten Tag ja sehr früh losgehen, nach:

Abu Simbel

Nach einer kurzen Nacht ging es dann früh los. Mit Kopfkissen und Fotoapparat bewaffnet geht es los auf eine knapp 3 Stündige Fahrt zum Staudamm. Mitten durch die Wüste, inklusive unvergesslichem Sonnenaufgang. Wobei…wer schon mal in Ägypten war, weiß was Sonnenaufgang heißt, kaum hat man Sonnenaufgang auch nur gedacht, ist sie auch schon da, einfach so innerhalb von ein paar Minuten. Nun, der Weg dorthin ist lang und ich gebe zu, dass ich die meiste Zeit geschlafen habe, doch so wirklich etwas verpasst habe ich nicht. Wenn man zu der Anlage kommt, durchquert man so eine Art Hotelkomplex, der auch wie üblich gesichert ist, wie Fort Knox, doch genau wie überall hat diese Anlage schon mal bessere Zeiten gesehen und ist ziemlich herunter gekommen. Das liegt aber daran, dass kaum noch Touristen kommen und sich einfach niemand kümmert. Sehr Schade! Wir kamen auf einem riesigen Parkplatz an, auf dem genau 3 Reisebusse standen, wohlgemerkt mit unserem zusammen. Der Rest waren knapp 10 weiter Fahrzeuge, alles Militär, Polizei oder Touristenpolizei. Nach einem kurzen Fußmarsch in der noch angenehmen Morgensonne, und netten 38 Grad gelangten wir auf einem gepflasterten Weg zu den beiden Tempeln. Dem ersten vom Ramses 2 und seiner Gemahlin Nefertari. Beide Tempel sind einfach nur unfassbar, von den Bildern und der Geschichte bekommt man echt eine Gänsehaut. Bilder machen darf man dort nur außerhalb, aber das finde ich völlig in Ordnung, denn die Farben sollen ja noch lange erhalten bleiben. Gut, die Polizisten haben sich da nicht ganz so dran gehalten, pubertierend Grinsend machten sie von sich Fotos mit der Hand an dem Glied des Gottes Min…völlig albern. Aber das gehört wohl auch dazu. Man ist sprachlos darüber, dass diese riesige Anlage mal woanders stand und dann versetzt wurde, eine unglaubliche Leistung. Was mich allerdings echt geschockt hat, waren die ganzen Unterschriften von Leuten die mal Abu Simbel besucht haben, die ritzten ihre Namen und die dazu passenden Jahreszahlen überall hin, ja sogar auf das Gesicht von Ramses. Das ist ein Brauch, den ich nicht nachvollziehen kann, aber so war und ist es nun mal. Schade nur, das fast kein Zentimeter mehr ohne diese Schmierereien ist…Nach gut 2 Stunden hieß es dann auch schon wieder Abschied nehmen, denn wir hatten ja noch eine lange Fahrt vor uns und mussten uns noch den Weg durch die fliegenden Händler bahnen.

©Rabenkram


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