Ägypten-das Land der Pharaonen…2

Ägypten-das Land der Pharaonen…2

ein kleiner Reisebericht

Abu Simbel war schon sehr beeindruckend, auf der Rückfahrt hielten wir dann noch einmal kurz am Assuan Damm und machten von der Krone noch ein paar Fotos. Nach einem anständigen Mittagessen ruhten wir uns ein bisschen aus und freuten uns schon auf einen weiteren Ausflug, der am späten Nachmittag stattfinden sollte.

Nach der fast schon lieb gewonnenen Tea Time ging es dann auch gleich los. Eine Feluken Fahrt durch die Katarakte und dem dazugehörigen Naturschutzgebiet. Anschließend folgte dann noch ein Besuch in einem Nubischen Dorf. Die gemächliche Fahrt mit der Feluke war echt angenehm, vorbei an dem Mausoleum des Aga Khan und einigen Felsengräbern, staunend über die Fahrkünste unseres Gastgebers, der die Stromschnellen auch mit verbundenen Augen sicher umfahren hätte. Die Landschaft der Katarakte ist wunderschön, wenn auch hier nicht überall Plastikflaschen herumschwimmen würden. Gut, dem farbenprächtigen Vögeln machte es nichts aus, denn sie turnten einfach Munter auf den Dingern rum, als wenn sie schon immer da gewesen wären. Während die Sonne so langsam Unterging, kamen wir dann im Nubischen Dorf an. Darauf freute ich mich schon besonders, denn ich finde die Nubier sehr interessant, auch wenn die restlichen Ägypter da wohl anderer Meinung sind. Uns erwartete auf jeden Fall eine Meute kleiner Kinder, die uns freudig begrüßten und um uns herum wuselten. Sie waren nicht aufdringlich sondern einfach nur Neugierig. Wir schlenderten also durch das Dorf das aus lauter farbenfrohen Steinhäusern bestand, an deren Eingängen seltsam ausgestopfte Tiere hingen. Als ich nachfragte, erfuhr ich dass ein Fest gefeiert würde und dass diese einfach nur ein Schmuck für die Häuser war…

Als wir an einer Schule vorbei kamen, lud uns ein älterer Mann ein, die Schule doch zu besichtigen, was wir dann auch gerne taten. Wir wurden durch die Klassenräume der Schule geführt und erfuhren dort, dass es sich nicht nur um eine Schule für Kinder handelte, sondern auch für Erwachsene, man höre und staune ja sogar für Frauen. Die können nach dem normalen Unterricht für die Kinder dann dort Lesen und schreiben lernen. Natürlich konnte es der Mann, der sich als Lehrer rausstellte, es sich nicht nehmen lassen, uns das nubische ABC beizubringen. Ich kann nur sagen, er hatte mehr Spaß als wir, denn nubisch ist nichts für europäische Zungen, aber es war echt lustig. Nachdem wir uns höflich verabschiedeten, natürlich nicht ohne einen kleinen Obolus da zulassen wanderten wir noch ein bisschen durch das wirklich gepflegte Dorf. Zu unserer Überraschung wurden wir dann auch noch von einer alten Dame zu einer Tasse Tee eingeladen, bei fast immer noch 40 Grad echt eine Überwindung, aber er war erstaunlich lecker und auch sehr erfrischend.

Trotz der Vorbereitungen auf das Fest wurden wir in dem Haus mit einem riesigen Innenhof herum geführt und die Sehenswürdigkeiten der Familie begutachten. Wir staunen nicht schlecht, denn da lag ein echtes Nilkrokodil vor uns in einem gemauerten Gehege und in einem kleinen Aquarium schwammen dann noch einmal 3 weitere in Miniformat. Nun, ich hätte sie ja lieber in freier Wildbahn gesehen, doch auf unserer Reiseroute gibt es keine Krokodile mehr. Okay fand ich das nicht, aber es war ihr zuhause und da habe ich das zu akzeptieren. Nachdem wir uns dann verabschiedet haben, ging es wieder zurück zum Schiff. Mit einer kleinen Sensation, denn wir fuhren an dem Hotel vorbei, in dem “Tod auf dem Nil” gedreht wurde und natürlich auch noch andere Filme. Sah zwar nicht so umwerfend aus, aber witzig war es trotzdem. Am Schiff angelangt, legte es dann auch gleich ab und wir tuckerten gemütlich den Nil hinauf Richtung Edfu, wo wir für den nächsten Tag liegen bleiben sollten. Ungefähr 65 Kilometer von Assuas entfernt,

Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück auch schon direkt los und zwar zu Fuß, denn unser nächstes Ziel konnten wir in nur 10 Minuten erreichen.

Den Kom Ombo Tempel

Dieser Tempel ist auf der einen Seite dem Krokodilgott Sobek und die andere Seite Horus. Hier konnte man in Stein gehauene Götter und auch Dinge des Alltags bewundern, wie zum Beispiel einen Medizinschrank mit vielen Instrumenten darin, die sich bis heute nicht sonderlich verändert haben. Natürlich hatte unser Reiseführer auch zu diesem Tempel wieder viel Spannendes zu erzählen, doch alles will ich nicht verraten, denn vielleicht will ja jemand dahin, und selbst entdecken macht ja auch viel mehr Spaß. Wir bekamen auf jeden Fall einen Einblick in die Arbeitsweise der damaligen Ärzte und auch über den Wasserpegel des Nils, denn in diesem Tempel befindet sich auch ein Nilometer. Nach einer guten Stunde machten wir uns dann ebenfalls zu Fuß auf den Weg zum nahe gelegenen Krokodilmuseum, in dem es Mumifizierte Krokodile zu bestaunen gab. Unfassbar, wie liebevoll und gründlich diese Tiere behandelt wurden. Selbst Krokodileier wurden Mumifiziert und anschließend feierlich in eigens dafür gebauten Gräbern bestattet. Früher zu den Zeiten als noch Dampfschiffe auf dem Nil fuhren gab es wohl bei Edfu eine Sandbank, auf der sich die Krokodile mit Vorliebe gepaart haben. War bestimmt ein grandioser Anblick, denn diese Krokodile sind echt riesig und sie turteln zu sehen ist bestimmt ein Erlebnis.

Nach dem Mittagessen machten wir uns dann wieder los mit dem Bus auf zum Horus Tempel, in der Nähe von Edfu. Wieder ein sehr beeindruckender Tempel, der jedoch auch sehr gelitten hat, vor allem die Horus Statuen. Eine Stunde lang hörten wir Geschichten über die Rituale die hier abgehalten wurden, alles in allem sehr mystischJ.

Nach diesem Ausflug begrüßte uns die Sonne mit einem malerischen Sonnenuntergang und wir ließen den Abend mit Bildern von in glänzenden Kostümen gehüllten Priestern und in Goldfarbenden gehüllte Schönheiten ausklingen. Und genossen die Weiterfahrt nach Esna. Dort angekommen erwartete uns ein unglaubliches Spektakel, denn die Straßen waren überfüllt mit Menschen und Autos und eigentlich allem. Das übliche Chaos an einem Feiertag wurde uns gesagt. Dieser Verkehr war echt die Hölle, und der Lärm erst. Ich glaube die Schlimmste Strafe für einen Ägypter ist es, wenn man ihm seine Hupe still legt. Verkehrsregeln kennt man offensichtlich nicht und dass ist auch irgendwie nicht weiter schlimm, denn es funktioniert auch so, ohne Licht, und sonstigen Sicherheitsvorkehrungen. Ich habe Motorräder gesehen, auf denen saßen 6 Menschen…unfassbar, 3 kleine Kinder der Fahrer und zwei Frauen. Dazwischen liefen dann immer wieder Leute auf der Straße herum oder auch der ein oder andere Eselkarren. Alles mit ohrenbetäubendem Hupen begleitet. Mit ein paar Sicherheitsläuten und unserem Reiseführer stürzten wir uns kurzerhand in das Getümmel und wurden von den Einheimischen freudig begrüßt, teilweise auf Deutsch, Englisch und Französisch. Wir konnten dann sogar noch einen Hochzeitskorso applaudieren, der mit Knallern und Feuerwerk an uns vorbeizog.

Morgens erwartete uns ein ungewohnter Anblick, denn wir lagen ja mitten an einer Hauptstraße und konnten dem nicht wirklich vorhandenen Treiben zuschauen, denn es war absolut nichts los auf den Straßen. Das lag aber schlicht und ergreifend daran, dass ein Feiertag war und die Ägypter dann auch gerne länger schlafen. Nach so einer Nacht aber auch kein Wunder. So konnten wir hier auch wieder zu Fuß zu unserem nächsten Ziel spazieren, was mitten in der Stadt Esna liegt und zwar 9 Meter tiefer als der ganze Rest. Um die Tempelanlage die dem Widergott Chnum gewidmet ist wurden nämlich einfach alle Häuser drum herum gebaut. Die Tempelanlage ist wohl noch wesentlich größer, doch sie konnte bis heute noch nicht ausgegraben werden. Dieser Tempel mit seinen 24 Säulen hat mich besonders beeindruckt. Er wurde von dem Kaiser Trajan erbaut und wurde stets gut besucht von anderen römischen Herrschern, die auch ihre Autogramme dort ließen, genau wie die Mannen von Napoleon, die sich überall verewigt haben. Was ich auch hier echt Schade fand war das sich Tauben im Tempel nieder gelassen hatten und sehr viel dadurch kaputt geht. Leider kümmert sich nicht wirklich jemand darum, wie bei allen Tempelanlagen. Unser Reiseführer konnte auch irgendwie meinen Einwand verstehen, dass ein oder zwei Falkenpärchen dieses Problem schnell lösen könnten. Soweit geht dann die Liebe zur eigenen Kultur doch nicht.

Als wie zurück aufs Schiff kamen, ging es dann auch gleich weiter den Nil hinauf Richtung Luxor. Wo wir unsere erste Schleuse passierten, was so ungefähr eine Stunde dauerte…

©Rabenkram

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