Ägypten-das Land der Pharaonen…3-4 Karnak/Luxor/Tal der Könige

Ägypten-das Land der Pharaonen…3

ein kleiner Reisebericht

Am frühen Nachmittag erreichten wir dann schließlich Luxor. Und kurz darauf ging es auch schon zur Tempelanlage von Karnak.

 

Wenn man die Anlage betritt, dann kommt man sich spontan ganz klein und winzig vor. Es muss ein unglaubliches Gefühl gewesen sein, diese Tore zu durchschreiten und alles in seiner vollen Pracht zu sehen. In Karnak kann man auch gut sehen, wie sie es bewerkstelligten diese riesigen Säulen zu bauen. Ich kann nur sagen, ich war überrascht, denn ich hatte es mir völlig anders und viel einfacher Vorgestellt. Etliche Ecken der Anlage sich noch nicht fertig und man kann sich schon so ungefähr Wage vorstellen, wie es wohl einmal aussehen könnte.

Einen Tipp kann ich euch noch geben, auch wenn die Aufseher dort total nett sind und euch angeblich tolle Ecken zeigen wollen, die eigentlich nicht zugänglich sind, lehnt es freundlich aber bestimmt ab. Sie wollen einfach nur Fotos von euch machen, an einer Statue oder einem besonders Geschichtsträchtigem Platz, und wollen dafür natürlich auch Geld haben. Aber das ist Blödsinn, denn schöne Fotomotive gibt es da genug und die Bilder die sie machen sind meistens Müll.

Wer etwas Besonderes machen möchte, dem Empfehle ich den Skarabäus am Heiligen See 7 mal gegen den Uhrzeigersinn zu umrunden, dass soll angeblich Glück bringen. Meist wird hier abends auch immer eine Lichtshow angeboten, das haben wir uns aber erspart, als wir die Lichtanlagen und ihren Zustand gesehen haben. Es ist wirklich rausgeschmissenes Geld, denn ein Teil der Show funktioniert schon lange nicht mehr und es kümmert sich niemand drum es zu Reparieren.

Nach 3 Stunden in Karnak ist man echt fertig, denn es gibt so viel zu sehen und zu erkunden, dass ein paar Stunden eigentlich nicht ausreichen. Der einzige Vorteil den wir hatten war allerdings echt unschlagbar, denn dadurch dass wir fast die einzige Touristengruppe waren, konnten wir Bilder machen ohne die wohl üblichen Menschenmengen.

Zurück auf dem Schiff beschlossen wir nach dem Abendessen einen kleinen Abstecher in die Stadt zu machen. Wieder natürlich nur in Begleitung eines Aufpassers der Touristenpolizei. Es gibt viel zu entdecken in Luxor, man sollte solche Touren aber wirklich nur machen, wenn man einen einheimischen dabei hat, zumindest jetzt noch. Früher war das wohl alles nicht so wild erklärten uns einige Erfahrenere Ägyptentouris, die sind immer alleine unterwegs gewesen ohne Begleitung und waren stets Begeistert über die Gastfreundschaft der Ägypter. Damals gab es wohl auch noch nicht so viele tief verschleierte Frauen, wie wir sie gesehen haben. Nun ja, es ist halt ein Islamisches Land und die Koptischen Christen in Kairo lassen ihre Frauen auch Kopftücher tragen. Andere Länder andere Sitten…muss ich nicht gut finden, aber ich bin ja schließlich nur Gast.

Am nächsten Morgen kam dann für mich eines der Highlights. Wir fuhren mit dem Bus zur Besichtigung zum:

Tal der Könige

Auf dem Weg dorthin kamen wir noch an den Memnon Kolossen vorbei, die direkt an der Straße stehen und ein bisschen verloren wirken. Da es an diesem Tag unheimlich warm war, waren wir froh, dass wir bei unserer Ankunft kleine Bahnen vorfanden, die uns zum Eingang fuhren, denn bis zu den Gräbern war es noch ein ganzes Stück zu laufen, aber das weiß man ja vorher. Insgesamt waren es 3 Gräber, Grab 15 Sethos II, Grab 35 Amenophis II und Grab 8 Merenptah die wir uns angesehen haben. Diese Farben und Vielfalt der Figuren, echt gigantisch. Man sollte aber halbwegs gut zu Fuß sein, denn die Abstiege in die Gräber sind nicht ohne, aber es lohnt sich auf jeden Fall. Es wäre schön gewesen, ein bisschen mehr Zeit zu haben, doch wir fuhren anschließend gleich zum Deir el Bahari dem Tempel der Hatschepsut. Dieser Terrassentempel war ja leider 1997 Schauplatz eines blutigen Attentates, was den Tourismus in Ägypten ganz empfindlich getroffen hat. Mir war trotz unserer Bewacher echt nicht ganz geheuer, und ich muss gestehen, dass ich obwohl der Tempel wirklich Sehenswert ist, froh war, dort wieder wegzukommen.

Einige unser Mitreisenden haben sich am diesen Tag einen ordentlichen Sonnenstich geholt, weil sie der Annahme waren, ohne Kopfbedeckung Stundenlang in der prallen Sonne herumlaufen zu können. Deshalb reduzierte sich unsere Reisegruppe am Nachmittag dann auf angenehme 15 Leute. Wir machten uns auf zum:

Luxor Tempel

Obwohl wir vom Schiff auch locker hätten zum Tempel laufen können, verfrachtete uns wieder ein Bus dort hin. Ein bisschen gespenstisch war es schon, denn bis auf ein paar Einheimische und andere Touristen, die man wirklich an zwei Händen abzählen konnte waren wir allein in der Tempelanlage. Mir verschlug es fast die Sprache, als wir die Anlage betraten, denn diese Allee mit den Sphinxen ist zu schön um wahr zu sein. Ab hier habe ich dann auch mit meinem Handy Bilder gemacht. Man kommt sich vor wie in einer Zeitmaschine und genießt jeden Schritt, diese Säulen, Statuen und Bilder sind umwerfend. Wie in allen Tempelanlagen haben sich auch hier alle möglichen Menschen mit einem persönlichen Graffiti verewigt, wie man hier sehen kann.

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Nun, ist halt nicht zu ändern. Im Luxor Tempel machte ich dann auch eine nette Begegnung mit einer Echse. Sie saß erst völlig relaxt auf einer Säule und verschwand dann in echsenartiger Geschwindigkeit unter einer Säule, wo dieses Bild entstand.

Gut dass unser Reiseleiter sie nicht gesehen hat, denn der hätte dem armen Tierchen bestimmt das Licht ausgepustet. Ägypter stehen nämlich nicht so auf Echsen, auch nicht auf Pferde und Katzen. Aber Tauben, Esel und Hunde finden sie toll…echt merkwürdig. Die zahlreichen Albinos die ich dort an diesem Tag gesehen habe fand ich auch etwas befremdlich. Nun ja, untergehende Sonne tauchte die Tempelanlage in ein unglaublich mystisches Licht und machte den Besuch dort zu einem echt unvergesslichen Erlebnis.

Nach einem üppigen Abendessen erwartete uns dann noch ein echtes Abenteuer. Eine Kutschfahrt durch den Basar von Luxor. Wieder wurden wir mit dem Bus zum Luxor Tempel gefahren, wo die Kutschen schon auf uns warteten. Auf Anraten unseres Reiseleiters suchten wir uns eine Kutsche aus, deren Pferd einigermaßen gepflegt aussah. Er meinte dass es besser ist, nur Leute zu unterstützen, die sich auch wirklich um ihre Tiere kümmern. Das ist leider so, dass Tiere nicht gerade gut behandelt werden, aber dazu komme ich noch. Das wurde die absolut verrückteste Kutschfahrt unseres Lebens, denn wir fuhren wirklich durch den Basar. Um genauer zu sein mitten durch die Stände, und die Geschäftsgassen. Die Leute schoben sich mit ihren Waren einfach links und rechts an der Kutsche vorbei, so als wäre es ganz normal. Die Leute schien es auch nicht sonderlich zu stören, nur manchmal kam ein verärgertes geknurre, das verschwand aber schnell, als sie sahen, das Touristen in der Kutsche saßen. Die Kinder waren wir immer, sie freuten sich einfach nur, mal andere Gesichter zu sehen und winkten freundlich…

©Rabenkram

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