Ägypten-das Land der Pharaonen…6-El Minya/Beni Hassan

Ägypten-das Land der Pharaonen…6

ein kleiner Reisebericht

Wieder zurück, genießen wir dann ein ägyptisches Abendessen, mit lauter schmackhaften Gerichten und himmlischen Süßigkeiten. Das Essen hätte ich echt lieber jeden Tag gehabt, als das was es sonst gab. Keine Frage, es schmeckte alles super, was wir bekommen haben, aber es war mir zu sehr eingedeutscht! Nun gut, aber so sind manche Deutsche halt, sie müssen immer eine Extra Wurst haben, bis hin zur Butter und dem kalten Bier nach einem Ausflug…gruselig. Nicht mal im Urlaub können manche auf ihre alltägliche Routine verzichten, wie langweilig.

Das Essen war auf jeden Fall sehr lecker und anschließen gab es dann auch noch einen Ägyptischen Abend, mit Bauchtanz und einem Derwisch. Das haben wir uns aber dann doch nicht angetan, denn es waren dann doch Leute an Bord, mit denen man solch einen Abend nicht gerne verbringen möchte, schon gar nicht, wenn sie ein paar Bierchen zu viel hatten.

Am nächsten Morgen legten wir dann ab und setzten unsere Fahrt fort, die nach El Minya führen sollte.

Auf dem Weg dorthin mussten wir wieder eine Schleuse passieren. Das war wieder ein echtes Abenteuer, denn hier mussten wir dann so richtig lange warten. Es lag mal wieder daran, dass 10 Leute in hoch glänzenden Uniformen und sehr wichtigen Gesichtern sich gegenseitig beeindrucken wollten. Jeder wollte mehr zu sagen haben, und war wichtiger als sein Gegenüber. Ein echtes Kindertheater, ich zeige dir meine Uniform, meine Waffe, meine Untergebenen und wie wichtig ich bin und dann zeigst du mir was du hast. Das ganze dauerte dann eine geschlagene Stunde, bis wir dann endlich fahren durften. Ich schätze mal, dass wie fast überall wieder ein bisschen Geld den Besitzer gewechselt hat, aber nur so scheint es wohl zu funktionieren. Danach schipperten wir wieder gemütlich den Nil hinauf und vorbei an einem herrlichen Baggerbalett:-)

Da wir nun zwei Tage durchfuhren, passierte nicht wirklich viel, Wir besichtigten zwischendurch mal das Schiff, besuchten unseren Kapitän, den Maschinenraum, und die Küche, wo es wieder leckere Sachen zu Naschen gab. Am zweiten Tag hatten wir das Nichtstun schon fast satt, als wir dann mit unserem Schiff auf eine Sandbank aufliefen. Das war echt ein Spaß, denn zuvor hatte unser Reiseleiter unseren Kapitän noch so angepriesen, dass er noch nie auf eine Sandbank aufgelaufen sei und ja so viele Jahre Erfahrung hat. Nun, da es keine Karten vom Nil gibt, und die meisten Kapitäne nie mit dem vorhandenen “Navi” fahren, standen wir also knapp eine Stunde von unserem Ziel entfernt wie gemalt auf einer Sandbank mitten im Fluss und es ging nicht vor und nicht zurück. Es war keine große Panik oder Hektik ausgebrochen, denn niemand von uns hatte Angst, dass wir dort nicht mehr wegkamen. Außerdem umkreiste uns ja immer unser Polizeischiff, die hätten ja im schlimmsten Fall Hilfe holen können. Nach gut einer Stunde waren wir dann aber wieder frei und setzen unsere Fahrt munter fort.

Abends kamen wir dann in El Minya an, wo wir einen unglaublichen Sonnenuntergang genießen konnten. Am Morgen fuhren wir dann wieder mit dem Bus zu unserem nächsten Ausflugsziel, die Nekropole Tuna el Gebel und den Überresten der ehemaligen Hauptstadt Ägyptens, die als Tell el Amarna bekannt geworden ist. Man kann kaum glauben, dass auf diesem riesigen Areal mal eine Stadt gestanden hat, die ungefähr so groß war, wie heute Kairo. Man kann nur noch eine kahle Fläche sehen, auf denen hier und da ein paar Steinhaufen andeuten, dass dort mal was gestanden hat. Aber eigentlich sieht man nur Hügel und Geröll und jede Menge Sand, den aber dafür reichlich und in den allerschönsten Farben.

Die Überreste, die man sehen konnten waren sehr eindrucksvoll und wir freuten uns auch schon immer mehr auf den Besuch des Ägyptischen Museums in Kairo, denn da sollten ja auch dann einige Stücke die hier gefunden wurden ausgestellt sein. Dort hatten wir auch eine witzige Begegnung mit Touristenpolizisten, der völlig fasziniert von meinen Schuhen war und mich erst wieder gehen ließ, als ich ihm verriet, wo man diese Schuhe bekommt. Nun, wir tragen gerne Fivefingers, die sehen zwar echt total Bescheuert aus, sind aber unheimlich bequem und genau die richtige Wahl, wenn man in der Wüste umherstiefelt. Abends kann man sie einfach ausziehen und den Sand rausrieseln lassen und die Füße sind nicht in irgendwelche unbequemen Sandalen eingequetscht, die noch viel Bescheuerter aussehen, vor allem mit Tennissocken…bäh. Alles in allem ein sehr gelungener Ausflug. Auch weil wir dort Tiergräber besichtigen konnten, die ich sehr beeindruckend fand.

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Am nächsten Tag fuhren wir dann zu den Felsengräbern von Beni Hassan. Die Fahrt dorthin führte uns wieder in eine wunderschöne Landschaft, mal abgesehen vom Müll, aber den sieht man irgendwann einfach nicht mehr. Man genießt einfach die Farben und die Menschen, die einem freundlich zuwinken. An der Anlage angekommen mussten wir erst einmal ein paar Stufen erklimmen.

©Rabenkram


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