Ägypten-das Land der Pharaonen…7

Ägypten-das Land der Pharaonen…7

ein kleiner Reisebericht

Ich habe leider versäumt, die Stufen zu zählen, aber jede einzelne war es echt Wert. Wieder eine grandiose Aussicht, auch wenn es ein wenig diesig ist, durch die zahllosen Feuer, die in manchen Dörfern schwelen…Müllverbrennung der anderen Art.

Wir schauten uns mehrere Gräber an, die in die Felsen gehauen wurden, alle aus unterschiedlichen Epochen, eines schöner als das andere. Es ist erstaunlich, wie gut die Farben noch erhalten sind und obwohl auch hier wieder etliches durch die späteren Bewohner zerstört wurde, ist die Magie dieser Gräber immer noch da.

Die Leistung der Baumeister und der ganzen Künstler, die diese Gräber ausgestaltet haben, kann ich gar nicht oft genug loben. Nach dem wir uns vier Gräber angeschaut hatten, ging es wieder zurück auf das Schiff, wo es wieder daran ging, nichts zu tun. Ich gestehe ja, dass ich nicht zum “nichts tun” geschaffen bin und mich schon auf den nächsten Tag freute. Doch erst einmal war ich dazu verdammt in der Sonne zu liegen zu lesen und zu malen…wie schrecklich😉.

Unser nächstes Ausflugsziel war dann am Morgen die Pyramide von Meidum. Meine echte erst Pyramide.

Gut, sie sieht nicht wirklich aus wie eine richtige Pyramide, aber sie kommt dem schon ziemlich nahe. Aber das Beste war, das wir in die Pyramide hinein konnten. Der Aufstieg war ein wenig abenteuerlich, aber der Abstieg in die Pyramide noch viel mehr. Platzangst darf man hier jedoch wirklich nicht haben, denn stehen kann man nicht und bewegen tut man sich am besten seitwärts oder im Entengang. Unten angekommen kommt man dann in einen Raum, der aussah als wenn man in einem Lego Haus wäre, denn man schaut auf die Steine, die das Dach der Pyramide bilden. Das ist ein echt mulmiges Gefühl, wenn man bedenkt, dass diese tonnenschweres Steine ja einfach nur übereinander gestapelt sind, und dieser Eindruck wurde noch dadurch bekräftigt, dass einige von den Steinen schon nach unten gesackt waren. Trotz alledem ist es unglaublich in so einer Pyramide zu stehen, auch wenn diese von innen natürlich nicht so spektakulär Bunt sind, wie die ganzen anderen Grabstätten. Sehenswert sind sie allemal. Man konnte auch noch über eine weitere Treppe in eine andere Kammer steigen, diese habe ich jedoch schleunigst wieder verlassen, da es doch unglaublich nach Ammoniak gestunken hat, ein Geruch, den ich echt gruselig finde. Wieder raus aus der Pyramide und dann direkt wieder hinein in eine Mastaba, um genau zu sein in die Mastaba M17 eines unbekannten Fürsten. Unser Reiseführer warnte uns schon davor, dass der Einstieg und der Weg in diese Mastaba kein Zuckerschlecken sei, doch dass es so schlimm sein würde hätte ich nicht gedacht. Mutig machten wir uns mit Taschenlampen bewaffnet auf den Weg, wirklich weit sind wir nicht gekommen. Man stelle sich ein Loch in einem Steinhaufen vor, das etwas größer ist wie die Ladeluke einer Waschmaschine, dahinter ist dann ein Gang, der ca. 2 Meter breit und 1,50 Meter hoch war und steil nach unten abfiel. Nach 3 Metern sah man kein Tageslicht mehr und saß in einem schwarzen Nichts, dank unserer Taschenlampen sah man dann wieder ein bisschen mehr. Nun, das war nicht wirklich besser, denn der Staub der da aufgewirbelt wurde, machte mich nicht besonders Glücklich, denn es roch sehr muffig und auch ein bisschen nach Schimmel, aber ich dachte nur Augen zu und durch. Gut 6 Meter vor mir hörte ich dann schon einen Mitreisenden stöhnen, das am Ende des Ganges eine wackelige Leiter in die Tiefe führte und das danach ein noch kleineres Loch kam, mit einem noch viel winzigeren Gang. Mich überkam schon so ein leichter Anflug von Panik, denn ich aber schnell in den Griff bekam, denn ich konnte ja auch nicht wirklich zurück, da hinter mir mein Freund war. Als ich jedoch untern an der Leiter ankam beschloss ich spontan, dass ich diese Treppe nicht hinunter steigen wollte, denn das Loch sah mir wirklich zu klein aus und das letzte was ich wollte war meinen letzten Atemzug in einer Mastaba zu tun, weil keiner mich retten könnte. Für mich stand fest, dass ich so schleunigst wie möglich wieder raus wollte an die frische Luft. Meinem Freund ging es auch nicht viel besser und so krochen wir wieder zurück, ohne uns die Grabkammer anzusehen. Wieder heil aus diesem Gang rauszukommen war aber auch ein Abenteuer, was ich so schnell nicht wieder haben muss. Draußen angekommen stellten wir dann fest, dass weitere 4 aus unserer Reisegruppe nach ein paar Metern auch die Mastaba verlassen hatten.

Nach diesen Abenteuern ging es dann zurück nach Beni Suef, wo unser Schiff vor Anker lag und nur auf uns wartete um auch sogleich abzulegen und sich auf den Weg nach Kairo zu machen. Eigentlich sollte das wieder bedeuten auf dem Sonnendeck zu liegen und die Landschaft an sich vorbeiziehen zu lassen, doch es kam dann etwas anders. Nachdem wir so 2 Stunden vor uns hin schipperten, passierte es dann schon wieder…wir fuhren auf eine Sandbank auf. Diesmal aber richtig. Auch nach mehreren Versuchen gelang es unserem Kapitän nicht uns von dieser Sandbank herunter zu bekommen, do das eines von unseren Begleitschiffen los düsen musste um eine Frachtschiff zu holen, das uns von der Sandbank befreien sollte.

Während wir beim Mittagessen waren, umkreisten uns zwei Frachtschiffe und zogen und schoben uns von der Sandbank. Gut, der eine Frachter hat uns gerammt, aber unser Schiff hat es mit einer kleineren Beule doch ganz gut überstanden. Nach dieser ganzen Aufregung genossen wir dann am späten Nachmittag wieder unseren Nachmittagstee und freuten uns schon auf Kairo und auf die Pyramiden.

©Rabenkram

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