Ägypten-das Land der Pharaonen…8 Memphis/Kairo

Ägypten-das Land der Pharaonen…8

ein kleiner Reisebericht

Abends kamen wir dann schließlich in Kairo an. Es war unglaublich, die vielen Lichter, der Straßenlärm und überall waren Menschen unterwegs. Auch wenn Kairo bedeutete, dass die Reise nun bald zu Ende sein würde, freute ich mich doch schon so sehr auf die Sphinx und auf die Pyramiden.

Am nächsten Morgen ging es aber zuerst einmal zu den Pyramiden von Dashur, nach Memphis und Sakkara. Also Pyramiden sind ja echt spektakuläre Steinhaufen, ich kann es immer noch nicht glauben, dass sie die Zeit und auch so manchen groben eingriffen der Menschen standgehalten haben. Gut für uns, denn dann kann man sie sich in Ruhe anschauen. Und sie sind echt sehenswert, ja sogar die, die gar nicht so wirklich Aussehen wie Pyramiden, weil sie einen Knick haben, wie die in Dashur.

Von dort aus ging es dann wieder weiter nach Memphis, hier haben wir zum ersten Mal das Pech gehabt, das ein Reisebus voller Chinesischer Touristen die gleiche Idee hatten wie wir. Also so was muß man echt gesehen haben, gut, ich verstehe ja, das sie nicht viel Urlaub haben und dann den, den sie haben voll und ganz auskosten wollen, aber sie sind echt gnadenlos wenn sie etwas sehen wollen, da wird geschubst, gedrängelt und Fotos von echt allem und jedem gemacht. Ob man will oder nicht, man ist drauf. Nun ja, aber es gelang uns trotzdem uns die wunderschöne Statue von Ramses dem II anzusehen. Sie ist echt riesig und sie beeindruckt durch ihre unglaubliche Detailtreue. Die Gesichtszüge und die Ausarbeitung der Kleidung ist eine echte Augenweide. Das restliche Gelände um das Museum in der die Statue liegt, ist nicht so prickelnd, auf jeden Fall dort wo wir uns umsehen konnten.

Und schon ging es auch wieder weiter, nach Sakkara. Sakkara fand ich sehr schön, denn die Pyramide sah echt mitgenommen aus, mit dem Holzgerüst, das man um sie herum gebaut hat. Dadurch wirkte sie so zerbrechlich, aber eben einfach nur schön. Die ganzen Einzelheiten, die unser Reiseleiter erzählt hat, weiß ich nicht mehr, aber es war einfach ein besonderer Ort. In die Pyramide konnten wir natürlich nicht, dafür waren wir aber in der Unas-Pyramide, die war echt schlicht, aber wirklich schön. Obwohl ich ja bei dem Namen schon wieder an Stargate denken musste…einem Una wäre ich in dieser Pyramide bestimmt nicht gerne begegnetJ. Anschließend haben wir uns dann noch die Mastaba des Ti angesehen. Sie war dank ihrer schönen Bemalung und der ganzen Reliefs ein echtes Erlebnis. Auf dem Rückweg kamen wir dann wieder an dem Imhotep Museum vorbei, ein fürchterlich hässliches Ding. Echt Schade, wenn man bedenkt was für ein grandioser Baumeister er war. Und auch die Bedeutung seines Namens finde ich so schön “der in Frieden kommt”, sehr passend, den Frieden hat er ja gebracht…den verstorbenen auf jeden Fall. Nun ging es wieder zurück zum Schiff, für ein kurzes Mittagessen.

Nach einer kleinen Pause ging es dann wieder los, zur Zitadelle von Salah al Din, mitten in Kairo. Die Fahrt durch Kairo war ein echtes Abenteuer, wie schon gesagt Auto fahren geht mal gar nicht da, und dieser Lärm unglaublich. Unser Reiseleiter meinte, das viele Ägypter gerne in Kairo wohnen würden, doch ich glaube er wollte uns da ein bisschen auf den Arm nehmen, denn außer wenn man muss, würde ich da nicht mal wohnen wollen, wenn es die letzte Stadt auf diesem Planeten wäre. Kurz gesagt, Kairo ist die hässlichste, riesigste und dreckigste Stadt, die ich je gesehen habe. Als wir dort nachts ankamen, war sie ja noch ganz nett anzusehen, doch im Tageslicht, echt gruselig. Es gibt dort bestimmt auch schöne Ecken, aber die haben wir nicht gesehen. Die Zitadelle war ganz nett, auch wenn sie aus lauter geklauten Steinen gebaut wurde, nämlich denen von den Pyramiden. Dann kam das Highlight, die Alabaster Moschee, die fand ich wirklich schön, vor allem den Innenhof und den Gebetsraum. Wir hatten auch das Glück, das gerade als wir da waren zum Gebet gerufen wurde. Die Akustik in der Moschee war echt bombastisch, und die Stimme des Vorbeters halte nur so um uns herum. Der riesige Leuchter war auch schön, obwohl auch hier mal ein paar neue Schirme und Lampen nicht schlecht gewesen wären. Nun ja, man kann nicht alles haben. Es war trotzdem ein gelungener Nachmittag. Am Abend haben wir uns dann die Ton & Lichtshow an den Pyramiden gegönnt. Ein nicht ganz billiger Spaß, aber so oft kommt man ja nicht nach Ägypten. Sobald es dunkel wurde, fuhren wir mit noch 5 weiteren Mitreisenden dann zu den Pyramiden. Die Fahrt dorthin werde ich auch nicht so schnell vergessen, denn wir saßen diesmal in einem kleinen Taxi Bus und waren sozusagen ganz nah und mitten drin im Straßengetümmel. Ich habe nach 10 Minuten nicht mehr aus dem Fenster gesehen, denn irgendwann hatte ich die Nase voll von den beinahe Kollisionen, dem Müll und den toten Tieren, die wirklich überall herumlagen. Endlich an den Pyramiden angekommen, war das aber schnell alles vergessen, den dieser Anblick war einfach zu überwältigend. Ich hätte nie gedacht, dass die Pyramiden so nah an der Stadt liegen würden, doch wir waren mitten in einem Stadtteil von Kairo und vor uns ragten die Pyramiden aus dem halbdunkeln auf. Wir bekamen unsere Plätze zugewiesen und warteten dann auf unsere Kopfhörer, damit wir das Spektakel auch in deutscher Sprache genießen konnten. Nach einer halben Stunde warten ging es dann endlich los. Die Atmosphäre war unglaublich, die Musik und die Lasershow waren toll, auch wenn man sofort gemerkt hat, dass nicht alles Funktionierte, aber das war egal, denn es hat trotzdem alles gepasst. Ich beschloss jedoch nach 10 Minuten die Kopfhörer beiseite zu legen um die englische Stimme genießen zu können. Mein Englisch reichte aber auch so aus, um alles gut zu verstehen. Als die Sphinx dann ihren traurige Geschichte erzählte kullerten mir sogar ein paar Tränchen die Wangen herunter, es war einfach zu schön. Zur absoluten Krönung kam dann noch eine Sternschnuppe hinzu, die direkt ihre Bahn über die Pyramide zog.

Viel zu schnell war dann alles vorbei und wir stiegen wieder in unser Taxi des Grauens. Dort bekamen wir dann einige Büchlein, die uns der Fahrer anbot. Als wir die Titel lasen gab es fast eine kleine Rebellion, denn einer der Titel war; die Frau im Islam. Ja genau, keine gute Idee, denn wir waren ja fast nur Frauen. Nun ja, da wir alle gut erzogen wurden und die Büchlein umsonst waren, bedankten wir uns höflich und schluckten alle aufkommenden Proteste auf sich beruhen. Das Trinkgeld konnte der Fahrer dann aber auf jeden Fall vergessen, da verging ihm dann schnell das blöde Grinsen. Nach einem schön ruhigen Abendessen genossen wir dann noch auf dem Sonnendeck mit ein paar netten Mitreisenden den verbleibenden Abend und freuten uns schon auf den nächsten Tag und die Pyramiden.

©Rabenkram

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