Ägypten-das Land der Pharaonen…10 Kairo/die Pyramiden

Ägypten-das Land der Pharaonen…9

ein kleiner Reisebericht

Nun war er da, der vorletzte Tag in Ägypten. Die Freude auf die Pyramiden von Gizeh und das Ägyptische Museum in Kairo wurden ein wenig dadurch getrübt, durch das Wissen, das es am nächsten Tag schon wieder zurück nach Deutschland gehen sollte. Doch erst einmal ging es noch einmal durch Kairo zu den Pyramiden. Da waren sie nun, die Pyramiden, stumme Monumente einer längst vergessenen Zeit. So unglaublich riesig und majestätisch. Wie müssen sich die Menschen der damaligen Zeit gefühlt haben, als sie sie das erste Mal zu Gesicht bekommen haben? Also ich wusste gar nicht was ich zuerst machen sollte, jede Menge Fotos machen, oder das tun was ich immer schon einmal machen wollte, sie anfassen. Also die Steine der Pyramide, der Cheops Pyramide. Bei all den anderen Tempeln und Grabstätten habe ich mich ja artig daran gehalten, nichts anzufassen, wegen der Farben uns so, aber bei der Pyramide war es was anders. Es klingt vielleicht ein wenig verrückt, aber an der Pyramide hochzuschauen und sie dabei zu berühren, war so ein bisschen, als ob ich in diesem Moment eine kleine Zeitreise gemacht hätte. Vor meinem geistigen Auge war sie wieder schön, heil und erstrahlte wieder in ihrer vollen Pracht.

Dieser Moment währte aber nicht lange, denn ein Pulk amerikanischer und spanischer Touristen zerstörte diesen Moment jäh. Aber egal, ich hatte meine 2-3 Minuten mit dem Gefühl, für einen kurzen Moment Teil der Geschichte zu sein. Herrlich…

Da uns der Trubel mit den anderen Touristen und den Kamelführern und Sovenirverkäufern zu viel wurde, beschlossen wir uns kurzer Hand, die Grabmäler der Prinzen und Prinzessinnen neben der großen Pyramide anzusehen. Unglaublich, gerade waren noch fast 30 Leute um einen herum, die quatschten, wie blöde Fotos machten in den bescheuertsten Posen, und im nächsten Moment steht man zwischen Mauern, mit wunderbaren Bildern und Statuen. Knapp eine halbe Stunde streiften wir durch die Anlage und fühlten uns ein wenig wie Archäologen, die diese Grabmäler durch einen Zufall entdeckten. Gut, man durfte auch hier nicht so genau hinsehen, denn wie überall waren auch hier überall kleine Müllberge, gerade dort wo Gittertüren Eingänge versperren sollten, häuften sie sich. Auch die Schmierereien von irgendwelchen Schwachmaten, die sich unbedingt auf einer Statue oder auf einer Mauer mit Hieroglyphen verewigen mussten waren auch hier präsent, aber so sind die Menschen nun mal. Ich fand es einfach nur traurig zu sehen, wie solche unglaublichen Bauwerke, die so eine lange Zeit überdauert haben, so mutwillig beschmiert und manchmal auch zerstört wurden. Aber ich habe die schönen Momente eingefangen und werde mich an jeden einzelnen immer wieder gerne erinnern.

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Dann war auch schon wieder die Zeit vorbei und wir mussten zurück zum Bus um uns auf den Weg zu den anderen Pyramiden zu machen, an denen wir aber nur vorbei fuhren um zu einem Aussichtspunkt zu kommen, der wieder überfüllt war mit Kamelführern und Sovenirverkäufern. Ich wäre lieber noch ein bisschen bei den anderen Pyramiden geblieben, denn auf ein Foto, auf dem ich die Pyramiden mit der Fingerspitze berühre…zu kotzen. Tausende Menschen, denen nichts Besseres einfällt, als so ein blödes Motiv, aber jedem das seine. Nach 5 Minuten ging es dann wieder weiter, diesmal zur Sphinx.

Sie ist so schön, oder es, oder was auch immer sie sein soll. So anmutig und doch verletzlich. Leider konnten wir sie ja nur aus der Ferne bewundern, einmal um die Flanke wandern und das war es dann auch schon. Eine unheimliche Begegnung hatten wir dann auch noch, als sich plötzlich ein seltsames Pärchen zu unserer Reisegruppe gesellte. Es war ein bisschen wie in einem schlechten Film, in denen Touristen von einem seltsam aussehenden Paar in die Luft gesprengt wurden, aber genauso Sie war tief verschleiert und zwar richtig, nicht nur das sie eine Burka trug, nein zusätzlich noch einen Schleier und Handschuhe, er hatte einen Bart wie aus dem Bilderbuch und redete Pausenlos auf sie ein und zeigte dann immer auf uns. Sehr unangenehm, denn einige von uns sahen sich schon überall verteilt auf der Sphinx liegen. Doch unser Begleitschutz leistete hier ganze Arbeit, denn kurzerhand wurden die beiden freundlich aber bestimmt, mit einem dezenten Griff an den Waffenhalfter von unserer Gruppe weggedrängt und dann vom Gelände verwiesen. Gruselig, aber unser Reiseführer hatte nach diesem Vorfall auch ein ungutes Gefühl und so machten wir uns dann wieder zurück zum Schiff.

Nach dem üblichen Mittagessen machten wir uns daran schon einmal die Koffer zu packen, damit wir den Abend noch richtig genießen konnten. Am späten Nachmittag ging es dann zum ägyptischen Museum, darauf habe ich mich auch schon sehr gefreut.

Ich hatte mir natürlich vor der Reise alles im Internet schon einmal angesehen, das hätte ich wohl besser lassen sollen. Nun ja, wir kamen nach einer halben Stunde dort an und mussten erst einmal auf unsere Kopfhörer warten, damit wir unseren Reiseführer in dem Trubel der uns dort erwarten sollte überhaupt verstehen konnten, doch dann ging es endlich los. Von außen ist das Museum eine echte Augenweide, nun es hat ja auch schon so einige Jährchen auf dem Puckel und hat auch ein paar Beschädigungen beim arabischen Frühling ab bekommen, doch als wir dann das Museum betreten haben, bin ich fast aus den Latschen gekippt. Gut, dachte ich andere Länder andere Sitten, doch je länger unsere Besichtigung dauerte, desto saurer wurde ich. Überall standen ein Haufen Schaukästen, alles völlig Chaotisch, streckenweise waren die Schaukästen so derart dreckig, dass man die Artefakte darin gar nicht erkennen konnte. In einigen Vitrinen waren nur leere Stellen, und die Beschriftungen fehlten auch teilweise. Unser Reiseleiter gab sich auch wirklich die größte Mühe uns alles ein bisschen schmackhafter zu machen, doch das gelang ihm nach 10 Minuten nicht mehr wirklich. Ich hätte mich gerne für ein paar Wochen darin einschließen lassen, um zu putzen und ein wenig Ordnung rein zu bringen. Klingt wahrscheinlich typisch Deutsch, aber in diesem Fall wohl eher nicht, denn ich konnte einfach nicht verstehen, wie man solche Schätze einfach so lieblos und völlig gleichgültig Behandeln kann. Gut ein riesiges Museum bedeutet auch viel Arbeit, aber die Leute, die den ganzen Laden da bewacht haben, taten ja auch nur so und hatten in Wirklichkeit nichts zu tun, denn wie bei fast allen Sehenswürdigkeiten funktionierten die Überwachungsgeräte nicht oder sie waren einfach nicht an. Das ist Geschichte pur und kein Kinderspielplatz, wo man seine Kinder auf Statuen herumklettern lässt, die über tausend Jahre alt sind. Die Artefakte waren alle auch super schön, doch wenn man schon Geld für so was bezahlt, dann kann man wenigstens erwarten, dass man die Stücke auch sehen kann die so auf manchen Internetseiten angepriesen wurden. Nachdem wir uns dann noch die Maske des Tut angesehen hatten und noch eine Schatzkammer, trafen wir uns wieder mit den anderen draußen im Garten, um noch einmal einen Blick auf Kairo zu werfen.

Wie gesagt, eine riesige Stadt, mit echt schönen Ecken, aber absolut nicht meins. Ein wenig war ich schon enttäuscht, doch man kann nicht alles haben und die Sachen die wir so zu sehen bekamen, waren bei weitem mehr als ich mir es je vorgestellt hatte. Nach der Museumstour ging es dann quer über den Tahir Platz zum alt-islamischen Viertel wo wir dann den Khan-el-Khalili Basar besuchten. Dort war es wuselig, und echt interessant, Wir zogen in kleinen Gruppen durch die kleinen Gassen und sahen uns die angebotenen Waren an. Es gab die üblichen Schals, Figuren und allerlei Kram, doch die Atmosphäre war echt nett. Viel zu schnell war dann aber auch dieser Besuch vorbei und es ging zurück zum Schiff zu unserem letzten Abendessen. Am nächsten Morgen ging es dann auch gleich wieder zum Flughafen, wo wir uns dann von den Mitreisenden, mit denen wir uns in den zwei Wochen angefreundet hatten verabschiedeten. Der Rest war dann schon wieder fast Routine. Das war sie dann also, die Reise nach Ägypten. Was soll ich sagen, wenn man so ein Geschichtsfreak ist wie ich und mein Freund, dann lohnt es sich auf jeden Fall, denn zu sehen bekommt man dort eine ganze Menge. Die Fahrt auf dem Nil war auch super Interessant, weil man immer wieder neue Dinge entdecken konnte. Auch die Menschen waren sehr freundlich und nett. Was ich befremdlich fand, war das ganze Militäraufgebot, das uns ständig begleitete und überall präsent war. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht so viele Waffen gesehen. Gut die Sicherheit geht vor, doch mancher Orts fand ich es einfach nur übertrieben. Auch dieses ewige Spiel der Beamten, natürlich alles Männer, die sich immer gegenseitig zeigen mussten, wer denn nun mehr zu sagen und mehr zu bestimmen hatte, fand ich echt nur albern. Wenn man irgendwo fast zwei Stunden warten muss nur damit sich ein kleiner Provinz Beamter ein bisschen aufspielen konnte echt albern. Der Müll, nun gut, daran gewöhnt man sich nach einiger Zeit, aber schön ist es nicht. Wenn man in der Hinsicht ein wenig zart besaitet ist, für den ist Ägypten keine gute Wahl. Der Tourismus dort ist nach dem Anschlag und dem arabischen Frühling fast zum Erliegen gekommen und die Menschen, die von dem Tourismus leben, sind echt arm dran, aber da sich die Regierung dort um wirklich nichts kümmert und sich die Zustände dort in absehbarer Zeit auch nicht ändern werden, sehe ich schwarz für Ägypten und die ganzen Sehenswürdigkeiten. Aber trotz alledem war die Reise für uns ein Erlebnis, das wir so schnell nicht vergessen werden. Und ich habe endlich die Pyramiden gesehen, von denen ich schon seit meiner Kindheit geschwärmt habe.

©Rabenkram


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